Rubean AG: Neues Listing an der Börse München startet durch

September 21st, 2016

Bei meinem Tagesgewinner-Screening ist mir heute die Rubean AG aus München aufgefallen. Hier kurz die Rahmendaten:

– Aufnahme der Notierung im Freiverkehr der Münchener Börse am 16. September 2016
– Software für höchste Qualitäts- und Sicherheitsansprüche von Banken
– RubeanPay: Einzigartige, zum Patent angemeldete Lösung für das Online- Bezahlen mit Debitkarten
– Weltweiter Einsatz der RUBEAN-Software auf rund 50.000 Arbeitsplätzen in Banken und Sparkassen

Gibt eine Million ausstehende Aktien. Bei 6,00 Euro also Marktkapitalisierung 6 Millionen.
Cashbestand in etwa 200.000 Euro laut Wertpapierprospekt.
Jahresumsätze zuletzt in der Größenordnung 400.000 bis 500.000 Euro.
Geschäft mit Bankensoftware dürfte eher stagnieren.
Hoffnungsträger ist RubeanPay. Das funktioniert folgendermaßen:

RubeanPay macht aus einem Smartphone einen Kartenterminal. Es gibt zwei Geräte, die zwar miteinander kommunizieren, aber unabhängig agieren, das Smartphone und eine kontaktlose Debit- oder Kreditkarte. RubeanPay organisiert das Authentifizierungsverfahren und ermöglicht eine rasche und sichere Zahlung. Die Verbreitung der Software soll über Vertriebspartner laufen, in Deutschland die ec-Netzbetreiber. Umsätze werden über eine Beteiligung an den Transaktionsgebühren der Partner erzielt, die diese bei den Transaktionen automatisch einziehen.

Zielgruppe sind dabei speziell die 70% Kunden in Deutschland und den europäischen Nachbarländern, die keine Kreditkarte besitzen und so einfach am Online-Handel teilnehmen können.
Auch Online- und Mobile Banking Prozesse wie deie TAN-Generierung sollen vereinfacht werden.

Vertriebsstart für RubeanPay aber wohl frühestens Ende des Jahres.

Die Aktie legt zur Stunde im Handel an der Münchener Börse bei immerhin 4.300 gehandelten Stück um rund 15 Prozent auf 6,20 Euro zu. News gab es keine. Auf Grund des geringen Freefloats kann es hier schnell zu hohen Kursausschlägen kommen. Eventuell soll der Kurs auch “hochgepflegt” werden, um die Aktie attraktiver zu machen.

MEINE MEINUNG: Die Vertriebsstrategie über die ec-Netzbetreiber gefällt mir eigentlich ganz gut, weil so keine großen Investitionen erforderlich werden.
Mittel- und langfristig bin ich aber skeptisch, weil ich denke, dass früher oder später überhaupt keine Karten für das mobile Bezahlen via Smartphone benötigt werden und insofern auch die Technologie von Rubean obsolet werden könnte.
Die Historie des Unternehmens ist zudem wenig ruhmreich. Der Börsengang gelang weder 1999 noch 2005/06. Jetzt wird ein neuer Versuch unternommen.
Das bisherige Kerngeschäft mit Bankfilialsoftware, die “70 Geräte vom Sparbuchdrucker bis zum Magnetkartenlesegerät” unterstützt, scheint mir auch wenig zukunftsträchtig.
Für einen Kauf ist das Unternehmen für meinen Geschmack noch in einer zu frühen Entwicklungsphase.

Hat jemand von euch eine Idee/Meinung zu den Marktchancen für ein Produkt wie RubeanPay?

Kurz-Research aktuelle deutsche Trendwerte: QSC

September 20th, 2016

Kurz-Research Deutsche Trendwerte:

QSC AG:

qsc

Sparoffensive (Personalabbau) und strategische Neuausrichtung mit der Fokussierung auf die Wachstumsmärkte Cloud-Dienste, Internet of Things (IOT) und SAP-Beratungsdienste sollen den Turnaround bringen. Positionierung als “Digitalisierer für den Mittelstand”.
In Q2/2016 gelang mit 2 Mio. Euro das zweite Quartal in Folge ein operativer Gewinn. Im Vorquartal waren es noch -2,2 Millionen Euro. Erstmals gelang auch wieder ein Konzerngewinn.

QSC hat zu lange am margenschwachen Telekommunikationsgeschäft mit Wiederverkäufern festgehalten, das immer noch den Löwenanteil der Umsätze ausmacht. In den vergangenen Monaten profitierte QSC laut CEO Herrmann von einem vergleichsweise guten TK-Geschäft. Das lässt sich nicht ohne weiteres so fort schreiben.
Im 2.HJ fallen nochmals Restrukturierungskosten im Umfang von rund 5 Millionen Euro an.

Das heißt: Das 2.HK könnte relativ schwach ausfallen, was für Ernüchterung beim heiß gelaufenen Aktienkurs sorgen könnte.

Perspektivisch hat QSC schon was zu bieten:

Wichtigstes Produkt: Pure Enterprise Cloud, als Basis und Klammer über die Kunden seit Anfang des Jahres sämtliche ITK-Standardanwendungen sowie individuelle Geschäftsapplikationen standortunabhängig und über beliebige Endgeräte beziehen können.
Bezahlt wird nutzungsabhängig. Der Kunde hat die vollkommene Flexibilität.

Der Vorteil von QSC: Durch die eigene Infrastruktur kann man hohe Sicherheit und Qualität aus einer Hand anbieten.

Hinzu kommt ein Sondergeschäft durch Umstellung von ISDN- auf IP-Telefonie bei vielen Geschäftskunden, spätestens in 2018 (weil dort wohl die Zwangsumstellung erfolgen wird).
Zitat Hermann: “Für QSC ist das eine gute Entwicklung, denn sowohl in der Produktentwicklung als auch im Betrieb können wir durch jahrelange Erfahrung überzeugen. Das Marktpotenzial ist zudem groß, ungefähr drei Millionen Geschäftskundenanschlüsse mit mehr als 8,4 Millionen Kanälen müssen in den nächsten zwei bis drei Jahren migriert werden. Das entspricht nach unserer Schätzung einem Marktvolumen von insgesamt 2,2 Milliarden Euro pro Jahr. Ich bin zuversichtlich, dass wir davon profitieren können.”

Bewertungstechnisch scheint die Aktie aktuell etwas der Entwicklung vorauszueilen. Fast sämtliche Kursziele der Analysten liegen deutlich unter dem aktuellen Kurs. Selbst für 2018 sehen die Konsensschätzungen nur einen Gewinn von 0,04 Euro je Aktie vor, aus dem sich ein KGV von 34 errechnet, das dann aber in 2019 schnell auf 16,5 senken soll. Allerdings sind diese Schätzungen natürlich mit Vorsicht zu genießen, weil sie soweit in der Zukunft liegen.

MEIN FAZIT: Die Aktie ist durchaus spannend. Allerdings sind die Chancen gut, dass es in nächster Zeit auf Grund eines zu erwartenden eher schwachen Newsflows eine Konsolidierung geben im Kurs geben könnte. Käufe sollten dann erst nach dieser Konsolidierung im Falle eines neuerlichen Ausbruchs erfolgen.

Screening 13.09.2016 – $SBBX; $NTES

September 19th, 2016

$NAHL 24:46 –> Keine Käufe nach der Lanyi-Darvas-Strategie

Es gab einen Ausbruch nach Darvas/Lanyi:

Sussex Bancorp (SBBX)

SBBX

Pivotpunkt 16,21 $.

SBBX ist die Holdinggesellschaft der Sussex Bank, einer 1975 gegründeten Regionalbank aus New Jersey, die über insgesamt 12 Filialen verfügt, 11 davon in New Jerey und eine in New York. Zum Unternehmen gehört auch die Versicherungsagentur Tri-State Insurance Agency.

Die Bank schaffte in den vergangenen Jahren ein beeindruckendes Wachstum, sowohl operativ als auch was den Aktienkurs anbetrifft. Besonders stark wachsen die Kreditvergabe an Unternehmen, wobei man in den vergangenen sechs Jahren unter dem neuen Management-Team die Kreditstandards verbessern konnte. Inzwischen besteht der Großteil des Portfolios aus Krediten, denen bei der Vergabe höhere Standards zugrunde gelegt worden sind.

Sussex Performance

Bereits von 2009 bis 2014 hat die Bank den Bankenindex SNL klar outperformt. Seither setzt sich der Aufwärtstrend bei der kleinen (Marktkapitalisierung < 100 Mio. Euro) und dünn gehandelten Aktie fort. Das Unternehmen versucht sich der Digitalisierung des Bankwesens anzupassen und testet neue, kleinere Filialen mit einem neuen Mitarbeitermodell, die auch technologisch auf einem besseren Stand sind. Die Aktie ist komplett unentdeckt und mit einem 2017er-KGV von zwölf angesichts des schnellen Wachstums nicht teuer. Der Aufwärtstrend sollte sich fortsetzen. Die Aktie ist weiter ein Kauf. Netease (NTES)

Der 13.09.2016 war ein sehr schwacher Handelstag. Daher gab es kaum Darvas/Lanyi-Aktien mit neuen Hochs. Neben Sussex beeindruckte Netease mit hoher relativer Stärke, die im Posting vom 12.9. ausführlicher vorgestellt worden waren. Die Aktie konnte zum Handelsschluss bei sonst tiefrotem Markt immerhin ein kleines Tagesplus ins Ziel retten.

Diese relative Stärke sollte sich in den nächsten Tagen fortsetzen. Am Montag, den 19.09., schaffte die Aktie sogar kurz den Sprung über 250 US-Dollar.

Screening 12.09.2016 – $SORL; $NTES; $CCRC; $MOMO; $CYBE

September 16th, 2016

$NAHL 30:55 –> Keine Käufe nach der Lanyi-Darvas-Strategie

Es gab einen Ausbruch nach Darvas/Lanyi:

SORL Auto Parts (SORL)

SORL

Pivotpunkt 3,20 $.

SORL ist eine der überlebenden chinesischen Firmen, die vor ein paar Jahren via Reverse Takeover an den US-Markt gekommen sind. Nach eigenen Angaben ist das Unternehmen einer der führenden Hersteller von Bremssystemen für kommerziell genutzte Fahrzeuge. Neben LKWs werden auch Züge mit Komponenten von SORL bestückt. Das schnelle Wachstum der öffentlichen Transportsysteme in China bietet auch SORL gute künftige Wachstumschancen.
SORL schtreibt seit neun Jahren ununterbrochen Gewinne und ist beim aktuellen Kurs von 3,51 US-Dollar mit einem 2016er-KGV von nur sechs bewertet.
Die Aktie brach erstmals bereits Mitte August 2016 aus und bestätigte diesen Ausbruch am 12.September mit einem erneuten Ausbruch nach oben.

Für SORL spricht, dass das Unternehmen international aktiv ist und bspw. auch Zweigstellen in Kalifornien hat. SORL hat eine simple Bilanzstruktur ohne VIE oder Joint Ventures die nicht konsolidiert würden. Allerdings schüttet man trotz hohem Cashbestand keine Dividende aus, was etwas verdächtig ist.

Die Q2-Ergebnisse waren sehr stark, allerdings gibt es bilanzielle Veränderungen. Der Buchwert ging auf Grund einer Immobilientransaktion stark zurück, was jedoch nur temporär so sein sollte. Im kommenden Quartal dürfte das Ganze dann bereinigt sein.

Netease (NTES)

NTES

Fortsetzungsformation nach Ausbruch Ende August.

Netease (NTES) gehört zu den erfolgreichsten in den USA gelisteten Aktien der letzten Dekade. Die Aktie ist von unter einem US-Dollar in 2002 bis auf aktuell 241 US-Dollar gestiegen. Eine sensationelle Performance.
Das Unternehmen entwickelt auf den Mobile Gaming-Markt zugeschnittene Spiele und entsprechende Messaging-Lösungen, um die Kommunikation der Spieler untereinander zu erleichtern. Dabei wurde in Zusammenarbeit mit China Mobile (CHL), dem dominierenden chinesischen Mobilfunkunternehmen, schon 2013 das richtungsweisende YiChat-Projekt umgesetzt.

NTES hat es in den letzten Jahren geschafft, schnell zu wachsen und dabei gleichzeitig die Eigenkapitalrendite zu erhöhen. Ein Kunststück, das im Internetsegment selten gelingt. Ein andere Unternehmen, das das geschafft hat, ist Facebook.
Mit einem KGV von 23 scheint die Aktie auf den ersten Blick immer noch moderat bewertet. Netease ist die Nummer 2 im Mobile-Gaming-Markt hinter Tencent, wobei beide Unternehmen zusammen im ersten Halbjahr 2016 zwei Drittel des Marktes beherrscht haben. Bei Online-Spielen insgesamt haben die beiden einen Marktanteil von immerhin 59 Prozent. Tencent ist noch deutlich größer, Netease wächst aber schneller.
Das Problem: Das User-Wachstum lässt inzwischen deutlich nach und fiel 2014 und 2015 unter die Marke von fünf Prozent, wobei 2015 das tiefste Wachstum in den letzten sieben Jahren markierte.
Insofern suchen die Firmen nach alternativen Wachstumsmöglichkeiten, wobei Netease vor allem auf den Ausbau eines Vertriebs- und Beschaffungslogistiknetzes in Europa setzt, sowie in geringerem Maße auf dem Aufbau eines High-End-E-Commerce-Geschäfts.
Konkurrent Tencent versucht es dagegen mit Übernahmen im Ausland. Größte Übernahme war bisher der Kauf des finnischen Mobile-Gaming-Unternehmens Supercell für 8,6 Milliarden US-Dollar.

Die Aktie ist weit vom Pivotpunkt entfernt. Vor einem Kauf sollte eine Konsolidierung abgewartet werden.

China Customer Relations Centers (CCRC)

CCRC

Die Aktie ist erst seit 21.Dezember 2015 gelistet. Nach eigenen Angaben handelt es sich bei CCRC um einen der führenden Call-Center-Anbieter, der Dienstleistungen im Auftrag anderer Firmen durchführt.
Die Kurs-Performance seit dem IPO bei 4 US-Dollar ist sehr gut, der Freefloat dürfte allerdings recht gering sein, die Aktie entsprechend manipulationsanfällig.
Begleitet wurde das IPO von Viewtrade/Newsbridge, die damals auch das IPO von Tantech Holdings (TANH) vorbereitet hatten. Auch bei Tantech war der Kursverlauf auffällig, mit ziemlicher Sicherheit manipuliert. Die Aktie stieg bis auf über 30 US-Dollar und stürzte dann massiv ab, auf aktuell nur noch 2,20 US-Dollar:

TANH

Bei CCRC ist auffällig, dass gezielt in charttechnische Ausbrüche hinein abverkauft wird. Ich rate, die Aktie zu meiden.

Momo Inc. (MOMO)

MOMO

Nach dem fulminanten Kursanstieg bis Anfang September hat die Aktie konsolidiert und eine neue Darvas-Box ausgebildet. Ein Kaufsignal ergäbe sich oberhalb des Allzeit-Hochs bei 25,62 US-Dollar.

MOMO betreibt eine Social Networking App in China. Es gab bereits vor über einem Jahr ein Übernahmegebot einer Gruppe namhafter Finanzinvestoren zu 18,90 US-Dollar je Aktie, darunter Alibaba und Sequoia Capital, das dann aber ohne Angabe von Gründen zurückgezogen wurde. Die Qualität der potenziellen Aufkäufer unterschied die Offerte für MOMO von rund 40 anderen vergleichbaren Übernahmeangeboten für chinesische Firmen seit Anfang 2015. Bei vielen davon ist der Deal weiter in der Schwebe.

Die Idee war, dass die Firmen in den USA ein Delisting machen, um dann an der chinesischen Heimatbörse zu einer höheren Bewertung wieder an die Börse zu gehen. Diese Pläne wurden aber zum einen vom schlechteren Marktumfeld durchkreuzt, zum anderen erschwerten die chinesischen Regulierungsbehörden diese Listings durch die Hintertür.

Das Canceln des Deals verunsicherte die Anleger zunächst, aber kurz darauf drehte die Aktie nachhaltig nach oben und machte ein neues 52-Wochen-Hoch nach dem nächsten.
Ursache des plötzlichen Richtungswechsels dürften die starken Halbjahreszahlen gewesen sein. MOMO betreibt eine ortsbasierte Dating-App vergleichbar mit Tinder in den USA.
Für das laufende dritte Quartal erwartet MOMO gar eine Verdreifachung der Umsätze.

Gestern (15.09.2016) nahm Credit Suisse das Covering von MOMO mit der Einstufung “Kaufen” und dem Kursziel 29 US-Dollar auf. Die Analysten halten das Unternehmen für die beste Möglichkeit, um von einer Renaissance des mobilen Live-Streamings in China profitieren zu können. Neue Produkte sollten zu einer Wiederbelebung des User-Wachstums führen und bedeutsames Aufwärtspotenzial bei den Umsätzen bringen.

In diesem Zusammenhang wurde auch YY Inc. (YY) empfohlen.

Cyberoptics (CYBE)

CYBE

Die Aktie hat eine neue Darvas-Box ausgebildet und wäre oberhalb von 22,30 US-Dollar ein Kauf. Ich hatte das Papier erstmals bereits im April bei 11,50 US-Dollar im Geldanlage-Report empfohlen. Seither hat sich CYBE fast verdoppelt.

CYBE gehört bereits seit 30 Jahren zu den Konstanten im Bereich laserbasiertes Halbleiter-Test-Equipment. Das Unternehmen ist technologisch führend, allerdings in einer stark zyklischen und hart umkämpften Branche. Entsprechend lief die Aktie jahrelang unter großen Ausschlägen seitwärts. Bis April, da brachte die Aktie dynamisch nach oben aus.

Tags zuvor hatte die Firma fürs erste Quartal eine Umsatzsteigerung von sage und schreibe 96 Prozent auf rund 19 Mio. US-Dollar angekündigt und zusätzlich über eine neue große Order im Wert von ca. 2,4 Mio. US-Dollar berichtet.

Im ersten Moment ist man geneigt, das vor dem Hintergrund der operativen Zyklik nicht überzubewerten. Aber bei CYBE könnte mehr dahinterstecken. Denn mit dem neuen optischen 3D-Scanner CyberGage360 haben die Minneapolitaner einen technologischen Durchbruch erzielt. Er schafft in drei Minuten und mit höchster Präzision das, wofür Konkurrenzprodukte eine halbe Stunde oder gar mehrere Stunden brauchen.

Mit der neuen patentierten Technologie, der so genannten Multi-Reflection Suppression (MRS), werden während der Inspektion von Schaltkreisen ungewollte Reflektionen, die von glänzenden Objekten ausgehen können, verhindert bzw. unterdrückt. Das gelingt, in dem verschiedene Kameras verwendet werden, die alle gleichzeitig aus verschiedenen Winkeln Bilder erzeugen und die auf den Ziel-Schaltkreis gerichtet sind. Dann werden unter Verwendung selbstprogrammierter Algorithmen, die verschiedenen 3D-Bilder verschmolzen, so dass eine nochmalige Inspektion unnötig wird. Daher resultiert die Zeitersparnis!

Im Halbleiterbereich hat CyberOptics hier schon wichtige Deals mit KLA-Tencor und Nordson an Land gezogen. Das wirklich Spannende ist aber, dass das Unternehmen mit dieser Technologie nun erstmals in der Geschichte den allgemeinen Messtechnik-Markt anpeilt. Dieser hat mit rund einer Milliarde US-Dollar ein ungleich höheres Volumen. Zum Vergleich: Der Gesamtumsatz von CYBE in 2015 lag nur bei 41 Millionen US-Dollar.

Natürlich gibt es im neuen Zielmarkt heftige Konkurrenz, u.a. durch die deutsche Zeiss und Faro Technologies aus den USA. Aber selbst wenn der MicroCap nur einen Bruchteil an Marktanteilen gewinnt, könnten die Auswirkungen auf das operative Ergebnis gewaltig sein. Durch die Übernahme des Spezialhändlers Laser Design in 2014, der über 53 Standorte in den USA und neun internationale Büros verfügt, hat man die entsprechende Vertriebsstärke aufgebaut.

Wichtig dabei: CYBE verfügt über einen sehr soliden Cashbestand und kurzfristig liquidierbaren festverzinslichen Anlagen von ca. 15 Millionen US-Dollar bei geringen Verbindlichkeiten. Die Eigenkapitalquote liegt bei 80 Prozent.
Bei 6,7 Millionen ausstehenden Aktien und einem aktuellen Kurs von ca. 21,79 US-Dollar liegt die Marktkapitalisierung bei 143 Millionen US-Dollar.

Nachdem man das starke Auftaktquartal in Q2 bestätigen konnte (Umsatz 18,6 Mio. US-Dollar; +81 %; Gewinn pro Aktie 0,29 US-Dollar nach 0,11 US-Dollar) setzt sich der Neubewertungsprozess fort.

Allerdings verzögern sich die ersten Aufträge muss CyberOptics nun aber auch liefern. Ursprünglich sollten bereits im vierten Quartal 2015 erste CyberGage360-Verkäufe realisiert werden. Nun wird das zweite Halbjahr 2016 angepeilt. Hält man diesmal Wort könnte es noch deutlich höher gehen.

Screening 11.09.2016 – $FSB; $ABCB; $WFBI; $ACFC; $INGN; $AWRE; $LITE

September 15th, 2016

$NAHL 40:44 –> Keine Käufe nach der Lanyi-Darvas-Strategie

Es gab keine Ausbrüche nach Darvas/Lanyi

Screening-Ergebnisse:

Franklin Financial Network Inc. (FSB)

FSB

Fortsetzungsformation nach Ausbruch knapp über 34 US-Dollar Ende August.

FSB ist eine amerikanische Regionalbank-Holding, der die Franklin Synergy Bank aus Franklin, Tennessee, gehört. Das Management-Team um Chairman und CEO Richard Herrington war in der Vergangenheit sehr erfolgreich bei zwei anderen Banken tätig (1. Franklin Financial Corp., die sie selbst 1988 gegründet haben und für den fünffachen Buchwert 2002 an die Fifth Third Bancorp verkauft haben; 2. 2002 übernahmen sie dann eine andere problembehaftete Bank aus Tennessee, schafften dabei den Turnaround, in dem sie nicht performende Kredite auf ein Siebtel reduzierten und den Nettogewinn innerhalb von vier Jahren um den Faktor sechs steigerten, um sie dann anschließend im Mai 2007 für den dreifachen Buchwert an Green County Bancshares zu verkaufen.
Inmitten der Großen Rezession startete das Management dann mit Franklin Financial Network die dritte Bank. Trotz des schlechten Timings entwickelt man nun auch FSB zu einer echten Erfolgsgeschichte.

Ameris Bancorp (ABCB)

ABCB

Fortsetzungsformation nach Ausbruch Anfang September bei etwas über 35 US-Dollar.

Die Südstaaten-Regionalbank hat während der Finanzkrise 2008/09 insolvente Konkurrenten mit Hilfe von Garantien durch die Federal Deposit Insurance Corporation (Einlagensicherungsfonds) zu Spottpreisen aufgekauft und verbessert nun mit weiteren Übernahmen sukzessive seine Marktstellung. Vor dem Hintergrund der Wachstumsperspektiven ist die Bewertung weiter attraktiv. Ameris kann auch künftig eine aktive Rolle bei der Konsolidierung des Sektors übernehmen. Perspektivisch könnte der Bankensektor – im Gegensatz zu vielen anderen Firmen – auch von einem Zinserhöhungszyklus profitieren.

WashingtonFirst Bankshares (WFBI)

WFBI

Fortsetzungsformation nach Ausbruch am 6.September, dann aber Reversal.

WFBI ist die Holding der Regionalbank WashingtonFirst Bank. Mit verwaltetenen Geldern (AUM) von 1,5 Milliarden US-Dollar und 17 Filialen in der Region Washington, D.C., gehört das Unternehmen mit Sitz in Restion, Virginia, zu den größten Banken der Region.
Die Region ist wegen der unter dem Durchschnitt der USA liegenden Arbeitslosenquote (4,3% vs. 5,0%) attraktiv für Banken. Zugleich liegt das durchschnittliche Haushaltseinkommen bei 91.193 US-Dollar gegenüber 53.657 US-Dollar im Durchschnitt der USA. Viele Menschen sind bei der Regierung angestellt, der naturgemäß ein sehr “stabiler” Arbeitgeber ist.
Die Bank ist strategisch gut aufgestellt, weil sie in allen drei DC-Bezirken (DC; MD und VA) vertreten ist. Ziel ist ein schnelles Wachstum und die Bank gibt einen guten Übernahmekandidaten ab. Dafür ist allerdings auch das Bewertungsniveau erhöht.

Atlantic Coast Financial (ACFC)

ACFC

Fortsetzungsformation mit anschließendem Reversal.

Atlantic Coast Financial ist die Holding für die Atlantic Coast Bank, einer regionalen Bank, die den Nordosten Floridas und den Südosten Georgias bedient.
2013 hatte es ein Übernahmeangebot von der Sovereign Bank gegeben, das allerdings im Sande verlaufen ist. Die Aktie ist sehr träge und daher nur sehr bedingt für eine Ausbruchsstrategie geeignet.
Die Aktie wurde über 6,75 US-Dollar zweimal abverkauft. Kein Handlungsbedarf im Moment.

Inogen (INGN; WKN A1XB32; Medizintechnik; Umsatz 2012: 49 Mio. $; Gewinn pro Aktie 0,03 $; Umsatz 2013: 75 Mio. $; Gewinn pro Aktie 0,22 $. Umsatz 2014 110 Mio. $; Gewinn pro Aktie 0,30 $)

INGN

Fortsetzungsformation mit anschließendem Reversal.

Wenn alteingessene Player am Bedarf der Kunden vorbei produzieren schlägt die Stunde von Newcomern:
Genau das passiert derzeit bei Sauerstoffkonzentratoren und den dazugehörigen Zylindern.
Ein kleines kalifornisches Unternehmen rollt hier mit leichten, transportablen Geräten
den Markt auf.

Sauerstoffkonzentratoren der neuesten Generation wie sie Inogen produziert nehmen die Luft
mit ca. 21 Prozent Sauerstoffanteil auf und geben sie mit bis zu ca. 95 Prozent Sauerstoffanteil
für die Inhalation zurück. Mit Hilfe modernster, verschleissfreier Sensorik ist eine sichere Sauerstoffversorgung für den Anwender gewährleistet. Es müssen keine schweren Sauerstofftanks mehr herumgeschleppt werden. Inogen-Geräte sind leichter, leiser und effizienter
als die der Konkurrenz – und vor allem transportabel. Die Vermarktung über den Direktvertrieb
ist ein weiteres Alleinstellungsmerkmal, das höhere Margen bringt, weil Zwischenhändler ausgeschaltet
werden.

Anfangs weigerten sich die Anbieter herkömmlicher Geräte aus Angst vor dem neuen Konkurrenten, diese transportablen Geräte zu vertreiben, mussten dann aber dem Druck der Kunden nachgeben, um weiter wachsen
zu können.
Inogen baute darauf hin zusätzlich eine B2B-Sparte auf und beschleunigte das Wachstum weiter.

Allein die B2B-Umsätze in den USA explodierten in den ersten neun Monaten 2014 um 86 Prozent
auf 14,5 Millionen US-Dollar, die internationalen B2B-Umsätze um 35 Prozent auf 17,4 Millionen
US-Dollar. Innerhalb der USA sprangen kleinere Händler auf den Zug auf, die die Produkte über das Internet vermarkteten. Fernsehspots, Zeitungsanzeigen und Internetwerbung machten die Marke bekannt,
was auch den B2B-Sektor stärkte, weil Kunden bei Händlern aktiv Inogen-Produkte forderten.
Egal, ob zur Miete oder zum Kauf, die Bruttomargen sind bei beiden Varianten mit 54
bzw. 48 Prozent hoch.

Noch besteht großes weiteres Wachstumspotenzial, denn der Markt für Sauerstoff-Therapie umfasst in den USA drei bis vier Milliarden US-Dollar und der Marktanteil der portablen Geräte liegt insgesamt noch bei weniger als fünf Prozent. Langfristig ist ein Umsatzwachstum um den Faktor 20 denkbar.

Im Oktober 2014 stellte Inogen ein neues Produkt vor, Inogen At Home, den leichtesten nicht-transportablen Sauerstoffgenerator auf dem Markt. Die Chancen sind nicht schlecht, dass sich die Firma
auch ein Stück von diesem Markt sichern kann.

Bei den transportablen Geräten soll im Frühjahr 2016 ein neues Modell auf den Markt kommen, das noch niedrigere Herstellungskosten haben soll.

Leider sind chronische Lungenerkrankungen in den USA auf dem Vormarsch (60 bis 70 Millionen
Baby Boomer kommen in den USA ins Rentenalter, viele davon haben ihr Leben lang geraucht). Insofern dürfte der Bedarf für Inogen-Geräte auch in den kommenden Jahren weiter steigen.

Aware (AWRE)

AWRE

Fortsetzungsformation mit anschließendem Reversal, aber heute (15.09.) mit neuerlichem Ausbruch.

Software-Unternehmen mit Fokus Biometrie. Die Ergebnisse in 2015 waren eher lau, zuletzt sprangen aber Umsatz und Gewinne deutlich an (Umatz +53%; Gewinn je Aktie 0,06 $ nach 0,01 $ im Vorjahr).
Das Unternehmen hat einen hohen Cashbestand und keine Schulden.
Der Biometrie-Markt hat aktuell ein Volumen von 11 Milliarden US-Dollar und soll Prognosen zufolge für die kommenden Jahren mit 16 Prozent per anno wachsen.
Allerdings gibt es Zweifel an der Integrität des Managements von Aware, speziell im Zusammenhang mit der Hybrid Audio-Klage.

Lumentum (LITE)

LITE

Beeindruckende Fortsetzungsformation. Läuft seit Tagen nach oben.

– Sensationelle Performance der JDS Uniphase-Abspaltung. Die Aktie hat sich vom 52-Wochen-Tief fast verdreifacht
– LITE profitiert von einem Mega-Investitionszyklus im Bereich glasfaseroptische Netzwerke, der länger anhält als das viele erwartet haben. Nokia meldete vor ein paar Wochen, dass man 30 Prozent des Investitionsvolumens von China Mobile im Bereich optische Netzwerke ergattert habe. Dies ist nicht nur für Nokia selber gut sondern auch für die Komponentenzulieferer, u.a. Acacia Communications (ACIA), Oclaro (OCLR) und eben Lumentum (LITE).
Profitieren sollten auch Neophotonics (NPTN) und Auftragsproduzent Fabrinet (FN) sowie Inphi (IPHI).
– 60 Prozent der Kunden von Lumentum kommen aus der APAC-Region (Asiatisch-pazifischer Wirtschaftsraum), man sollte also speziell vom Netzwerkausbau in China stark profitieren. 85 Prozent der Umsätze werden in eben diesem boomenden Segment “Optische Netzwerke” erzielt.
– Da momentan große Lieferengpässe bei bestimmten Produkten bestehen verfliegt der Preisdruck der letzten Quartale. In Q1 waren die Preise für Produkte in diesem Bereich noch um durchschnittlich 6 Prozent gefallen, was doppelt so hoch wie üblich ist. In den kommenden Quartalen sollten auf Grund der “Sold out”-Bedingungen sogar Preissteigerungen durchsetzbar sein.
– Das Unternehmen investiert sehr viel in die Bereiche ROADM (= rekonfigurierbarer, optischer Add-Drop-Multiplexer https://de.wikipedia.org/wiki/OADM) und 100G (100-Gigabit-Ethernet ist eine Höchstgeschwindigkeitstechnologie für Netzwerk-Betreiber für die Aggregation im Internet-Backbone, für Server-Anbindungen und für Inter-Switch-Verbindungen in Rechenzentren), ca. 25 bis 30 Millionen US-Dollar je Quartal.
– Die Aktie ist inzwischen allerdings weit vom Ausbruchsniveau entfernt, so dass ein Einstieg momentan nicht in Frage kommt.

Alexanderwerk mit exzellenten Halbjahreszahlen – Kauf zu 4,20 Euro

September 8th, 2016

Alexanderwerk aus Remscheid ist ein absoluter Microcap mit einer Marktkapitalisierung von nur 7,56 Millionen Euro bei einem Kurs von 4,20 Euro. Die Aktie ist auf Grund der hohen Verschuldung (Eigenkapitalquote 11%) nur für sehr spekulative Anleger geeignet, auf Basis der Halbjahreszahlen nun allerdings spottbillig.

Was macht Alexanderwerk? Hier die Beschreibung des Unternehmens:
“Wir bedienen anspruchsvolle Nischenmärkte mit technologisch hoch entwickelten Spezialmaschinen zum Kompaktieren und Granulieren unterschiedlichster Stoffe für diverse Anwendungsbereiche, insbesondere für die chemische und pharmazeutische Industrie sowie die Grundstoffindustrie. Zum Leistungsprogramm gehören ebenfalls ganzheitliche Systeme und die entsprechenden Softwarelösungen sowie Servicedienstleistungen.”

Ich hatte mich bisher nicht mit dem Unternehmen beschäftigt, aber aus meiner Sicht liest sich das gut: Es werden weite Teile der Wertschöpfungskette abgedeckt, die Maschinen bzw. Dienstleistungen erscheinen relativ komplex, man bewegt sich in der Nische. Das alles sieht nach einem potenziell durchaus einträglichen Geschäft aus.

Allerdings lief es operativ seit 2013 scheinbar eher durchwachsen:
Die Umsätze entwickelten sich von 21,8 Millionen Euro in 2013 über 17,5 Millionen in 2014 auf 20,0 Millionen Euro in 2015 und stagnierten damit unter dem Strich.
Das Ergebenis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit ging sogar deutlich von 2,8 Millionen (2013) über 1,3 Millionen (2014) auf 1,1 Millionen Euro (2015) zurück.

Im ersten Halbjahr 2016 stieg nun der Umsatz um erquickliche 24 Prozent auf 10,9 Millionen Euro und vor allem explodierte das Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit (EBIT) von knapp 0,2 Millionen Euro auf 1,8 Millionen Euro. Nach Steuern verblieben 1,1 Millionen Euro also Gewinn bzw. 0,60 Euro je Aktie.
Rechnet man das auf das Gesamtjahr hoch ergäbe sich ein Gewinn von 1,20 Euro je Aktie, was wiederum bei einem Kurs von 4,20 Euro ein 2016er-KGV von nur 3,5 ergäbe.

Etwas irritierend ist allerdings der Ausblick. Demnach plant das Management für 2016 nur mit einer moderaten Steigerung des Gewinns vor Steuern und Zinsen (EBIT) gegenüber 2015. Dieses lag in 2015 für das Gesamtjahr aber bei 1,6 Millionen Euro, d.h. 0,2 Millionen Euro tiefer als das EBIT in 2016 alleine im ersten Halbjahr. Das Management plant also offenbar mit einem eher moderaten Geschäftsverlauf im zweiten Halbjahr. Da dieses zweite Halbjahr ja nun schon seit knapp 2 1/2 Monaten läuft stellt sich die Frage, woran das liegt? Selbst hinter diese konservativ erscheinende Prognose setzt man noch ein Fragezeichen: “Entscheidend für die Zielerreichung sind dabei stets die Auslieferungssituation im 4.Quartal des jeweiligen Geschäftsjahres sowie mögliche kurzfristige Sondereffekte, welche in unserer Planung erst kurzfristig berücksichtigt werden können.”

Ich versuche mal ein Statement vom Vorstand hierzu zu bekommen.

Charttechnisch sieht die Aktie sehr spannend aus:

chart_3years_Alexanderwerk

Bei 4,20 Euro befindet sich die Aktie nun exakt am 52-Wochen-Hoch. Das 3-Jahres-Hoch bei 4,80 Euro stammt aus dem Juni 2014. Die Aktie ist extrem markteng und neigt daher zu heftigen Kursausschlägen und hohen Spreads. Ein Aufwärtstrend ist im Chart gut erkennbar.

Ich rate zum Kauf bis 4,20 Euro, würde aber vorläufig auf Grund der verhaltenen Prognose nicht höher gehen.

Vivanco – Ausbruch nach starken Zahlen

Juli 28th, 2016

Vivanco:
Optisch sehr starke HJ-Zahlen, die aber stark durch Sondereffekt verzerrt worden sind.
Operatives EBITDA sollte ursprünglich bei 5,7 Mio. Euro liegen. Prognose nun: leicht darüber, also sagen wir 6,0 Mio. Euro, Finanzergebnis sollte sich durch Schuldentilgung, geringere Zinsen auf minus 1,0 Mio. Euro verbessern.
Gewinn vor Steuern (EBT) von 2,0 Mio. Euro könnte drin sein. Rechnen wir mit netto 1,7 Mio. Euro (alle Sondereffekte außen vor).
Marktkapitalisierung bei 2,61 Euro = 14 Mio.; KGV = ca. 8
Mehr als KGV10 würde ich aktuell nicht zugestehen wegen der hohen Verschuldung, des relativ zyklischen Geschäfts mit geringen Margen und des chinesischen Großaktionärs. Instis können wegen des extrem niedrigen Streubesitzes von 8% eh nicht kaufen.
Verbleibt noch ein Restpotenzial von gut 20%. KZ 3,17 Euro.
Auf Grund der extremen Marktenge des Wertes kann es aber zu einem ähnlichen kurzfristigen Spike wie im Februar letzten Jahres kommen als die Aktie in der Spitze bis auf über 4,00 Euro gestiegen ist.
Hab mal 1.000 Stück zu 2,60 Euro gekauft mit Ziel 3,15 Euro.

Xanthus Holdings PLC: Verzehnfachung seit Erwähnung im Blog

Mai 10th, 2016

Am 03.11.2015 hatte ich an dieser Stelle auf die Xanthus Holdings PLC (WKN A1JGT0) hingewiesen. Damaliger Kurs ca. 0,20 Euro. Die Aktie war nach jahrelanger Funkstille auf einmal ohne offensichtlichen Grund angesprungen. Auf meine E-Mail-Anfragen an das Management hatte ich keine Antwort erhalten. Das Interessante war/ist das Management:

Im Verwaltungsrat sitzt Prof. Stefan Feuerstein, ein ehemaliger Vorstand der Metro AG, der bei verschiedenen anderen Schweizer Firmen ebenfalls aktiv ist (Zur Rose Group; Electronic Partner Handel SE) und auch neun Jahre dem Aufsichtsrat der WMF angehört hat. Er befindet sich zudem im Verwaltungsrat der Unimo Real Estate. Und genau in Richtung Immobilien soll nun auch Xanthus entwickelt werden.

Heute legt die Aktie um über 70 Prozent zu und ist damit Tagesgewinner am deutschen Markt. Xanthus Holdings Plc. ist seit März 2011 eine unter maltesischem Recht registrierte Aktiengesellschaft, die am Entry Standard der Frankfurt Stock Exchange sowie über Xetra gehandelt wird (Symbol: XNH).
Nach einmaliger Verschiebung (ursprünglich war der 06.05.2016 angepeilt) soll Xanthus nun am 13.05. bei der außerordentlichen HV in La Valetta, Malta, in Solidare Real Estate Holding plc. umbenannt werden. In Deutschland gibt es eine Solidare Real Estate Holding GmbH. Sitz ist laut Handelsregisterauszug Walmanger 10 in 45355 Essen.

In den Vorstand soll Herr Zeki Yigit berufen werden. Auf seiner Xing-Seite bietet er u.a. die Beratung internationaler und nationaler Kunden im Immobiliensegment an.
Öffentlich in Erscheinung getreten ist er in 2013 als Hauptanteilseigner einer Eigentümer-Gesellschaft, die den Wanner Wohnblock in Herne gekauft und für rund zwei Millionen Euro saniert hat.
Mehrheitsaktionär von Xanthus ist aber die Asiamerica Limited (Meldung vom 16.02.2016). Diese ist wohl identisch mit der Asiamerica AG, die wohl nur einen Briefkasten in der Baarerstraße 43 in Zug hat (c/o Domanda Verwaltungs GmbH), die Stefan Feuerstein und Claudio Morandi zuzurechnen sind. Letzterer wird auch auf der Xanthus-Homepage http://www.xanthusholdings.com/management-directors/ als Direktor genannt.
Interessant ist, dass es zuletzt zwei Aktienzusammenlegungen gegeben hat. Hier die erste:

“Xanthus Holdings plc announces that the issued share capital of the company has been reduced by the cancellation of 16,218,986 ordinary shares issued by the company leaving a balance of 3,538,776 ordinary shares issued and outstanding. Thereby the unanimously approved resolution No 1 of the Extraordinary General Meeting of the company held on 19th November 2015 has become effective with value of 22nd February 2016. The respective minutes were duly published on the company’s webpage.

The purpose of the reduction was to offset losses incurred.”

Es wurde also zunächst eine Kapitalherabsetzung zur (nominellen) Beseitigung von Verlusten durchgeführt.
Danach wurden weitere Aktien annulliert, um die Anteile des Unternehmens an der Taiga Atlas plc auf die aktuellen Anteilseigner von Xanthus entsprechend ihrer Anteile an der Xanthus Holdings plc. zu übertragen:

Xanthus Holdings plc announce that the issued share capital of the Company has been reduced by the cancellation of 1,563,000 ordinary shares issued by the Company leaving a balance of 1,975,776 ordinary shares issued and outstanding. Thereby the unanimously approved resolution No 2 of the Extraordinary General Meeting of the company held on 19th November 2015 has become effective with value of 4th May 2016. The respective minutes were duly published on the Company’s webpage.

The purpose of the reduction was to transfer the Company’s holdings of shares in Taiga Atlas plc to the existing shareholders of Xanthus Holdings plc in proportion to their shareholding in Xanthus Holdings plc.

The Company’s shareholders now hold shares in Xanthus Holdings plc. and their proportional share in Taiga Atlas plc.

Die Frage ist nun, was genau verbirgt sich hinter der Taiga Atlas plc. und wie werthaltig ist diese? Dadurch, dass es nur noch knapp 1,96 Millionen Aktien gibt liegt die aktuelle Marktkapitalisierung beim derzeitigen Kurs von 2,42 Euro bei 4,7 Millionen Euro.

Xanthus

Zu beachten sind die extrem geringen Handelsumsätze in der Aktie. Zum aktuellen Kurs von 2,42 Euro sind heute lediglich 1999 Stück über XETRA gehandelt worden. Die letzten Umsätze zuvor hatte es am 02.05.2016 bei 1,37 Euro bzw. 1,38 Euro gegeben (insgesamt 7.003 Stücke). Am 29.04. wechselten insgesamt 4.885 Stücke im Bereich von 1,10 bis 1,17 Euro den Besitzer. Noch einen Tag davor hatte die Aktie nur 0,75 Euro gekostet (1.999 Stück), am 26.04. gab es noch 2.835 Stück für 0,45 bzw. 0,50 Euro. Am 25.04.2015 waren 15.732 Aktien zu Kursen von 0,48 bzw. 0,50 Euro gehandelt worden. Noch am 19. und 22.Februar hatte jemand insgesamt 25.000 Stück für nur 0,09 Euro erwerben können.

MEINE MEINUNG: Ich würde zunächst die Beschlüsse der außerordentlichen HV abwarten. Ein Kauf zum jetzigen Zeitpunkt ist reines Roulette, weil nicht klar ist wie werthaltig das eingebrachte Geschäft sein wird. Ich nehmen die Aktie auf die Watchlist!

Brack-Report 30.03.2016: $WATT (Energous Corp.); $KGC (Kinross Gold); $RIC (Richmont Mines); $EBTC (Enterprise Bancorp); $CACI (CACI International); $ISRG (Intuitive Surgical)

März 30th, 2016

Brack-Report USA 30.03.2016

Am gestrigen Donnerstag war das Verhältnis von Aktien mit neuen 52-Wochen-Hochs zu Aktien mit neuen 52-Wochen-Tiefs ($NAHL) bei 59:39 wieder positiv (Vortag: 29:33). Das heißt, bei Ausbrüchen nach der Brack-Strategie besteht ein gutes Chance-Risiko-Verhältnis. Ausbrüche können daher gekauft werden. Die großen US-Indizes präsentierten sich gestern nach der Rede von Janet Yellen sehr stark und schlossen am Tageshoch. Ein bullisches Signal.

Insgesamt gab es 22 Ausbrüche nach meiner Strategie. Wir schauen uns nachfolgend die nach meiner Ansicht vielversprechendsten Ausbrüche an. Sie erhalten von mir konkrete Einschätzungen bzw. Handelsempfehlungen.

Grundsätzlich gilt: Das Chance-Risiko-Verhältnis ist umso besser, je näher Sie am Ausbruchsniveau (Pivotpunkt) einsteigen. Der Pivotpunkt wird daher immer mit angegeben.

Die Besprechung der Werte erfolgt in der Reihe der prozentualen Zuwächse vom Vortag:

1) Energous Corp. (WATT)

Im März 2014 erfolgte das IPO. 4 Mio. Aktien wurden zu 6 $ je Aktie angeboten. Die Erstnotiz lag bei 9,50 $, der Schlusskurs am ersten Handelstag bei 10,58 $. Ein satter Zuwachs von 76 % innerhalb eines Handelstages für alle, die eine Zuteilung erhalten haben. Zwischenzeitlich wurde der Kurs sogar ausgesetzt, weil die Aktie innerhalb von zehn Minuten um mehr als 10 % gestiegen war.

Zum Zeitpunkt des Börsengangs existierte Energous erst seit zwei Jahren und hatte gerade mal neun Mitarbeiter. Energous hat ein einziges, einzigartiges Produkt, eine Box von der Größe eines Routers, die das kabellose Aufladen von mehreren elektrischen Geräten ermöglichen soll. Ein maximaler Abstand zwischen Gerät und “Ladestation” von knapp 5 Metern (15 Feet) sei möglich.

Ursprünglich sollte das Produkt bis 2015 marktfähig sein und auch bereits verkauft werden. Inzwischen peilt WATT Ende 2016 an.

Die Infos habe ich aus diesem Blog entnommen: http://aktiennotizblog.de/energous/

Gestern zog WATT nun einen Entwicklungs-Deal mit Pegatron an Land. Pegatron ist einer der größten Elektronik-Auftragsproduzenten und -Designer der Welt (produziert u.a. auf für Apple). Pegatron erhält eine nicht-exklusive Lizenz, um die Technologie von WATT in Mini-Sender und Empfänger einzubauen. Energous-CEO Stephen Rizzone sprach davon, dass 2016 zu einem Breakout-Jahr für WATT werden könne und dass man sich zunächst auf den WattUp Mini-Sender als den schnellsten Weg zu Umsätzen und Profitabilität fokussiere.

Genau hier setzen die Kritiker an: Der Mini-Sender funktioniert nur bis zu einer Entfernung von wenigen Zentimetern. Das wäre aber nicht wirklich eine Revolution. Wenn das Smartphone so nahe am Ladegerät sein muss, kann man es (fast) genau so einfach auch gleich einstecken (und dann wird es wesentlich schneller aufgeladen als kabellos). Laut Rizzone sei es das “Langfristziel”, die Stromversorgung auch über weitere Distanzen sicherzustellen. Das kann man so interpretieren, dass WATT hier immer noch relativ weit vom Entwicklungsziel entfernt ist.
Das physikalische Problem dabei ist, dass bei der Übertragung von elektrischem Strom über weite Distanzen auf den entsprechenden Frequenzen eine starke Wärmeentwicklung bei allem, was sich in der Nähe des Antennenfokus befindet, auftritt.

Ein weiterer Kritikpunkt ist, dass keine Details hinsichtlich der Lizenzvereinbarung genannt worden sind. Das kann bedeuten, dass es sich nur um eine Vereinbarung handelt, zusammenzuarbeiten, und Lizenzgebühren nur auf einer Royalty-Basis fällig werden, d.h. erst dann wenn tatsächlich Umsätze mit der Technologie erzielt werden.

Es kann zudem sein, dass das Management versucht, mit diesen News den Kurs in die Höhe zu treiben, um eine eventuell notwendige Kapitalerhöhung zu besseren Konditionen durchführen zu können.

Was mir persönlich nicht so gefällt ist, dass sich bei WATT eine Anhängerschaft in den Foren versammelt hat (Seeking Alpha), die eine Art Kult um das Unternehmen betreibt und sämtliche Kritiker beschimpft.

Der Langfristchart zeigt zudem, dass die Aktie noch weit von den Hochs entfernt ist, die unmittelbar nach dem Börsengang im Bereich von 16 $ erzielt worden sind.

Das größte Warnsignal ist für mich aber, dass WATT von MDB Capital an die Börse gebracht worden ist. MDB hat in der Vergangenheit einige andere “Story-Aktien” an den Markt gebracht und aggressiv promotet, die sich dann als echte Rohrkrepierer erwiesen haben, z.B. Uni-Pixel (UNXL), Parametric Sound, Clearsign Combustion (CLIR), Resonant (RESN) oder Crossroads Systems (CRDS).

MEINE MEINUNG: Ich rate dazu, die Aktie zu meiden. Die Warnsignale sind zu deutlich.

WATT

2) Kinross Gold (KGC)

Interessanterweise stiegen gestern der Goldpreis und Goldminenaktien gemeinsam mit “normalen” Aktien. Diese Abkopplung könnte darauf hindeuten, dass sich die Rallye bei Edelmetallen auch parallel zu einer Aktienmarkt-Rallye fortsetzen könnte.

Dass ausgerechnet Kinross vorneweg marschier überrascht, denn zuletzt gab es vom Goldproduzenten eher negative News. Der Maricunga-Mine in Chile droht vorläufig ein Produktionsstopp: http://seekingalpha.com/article/3961080-kinross-maricunga-gold-mine-water-problem-broader-implications
Kritiker bemängeln zudem strategische Fehler (beim Kauf von Barrick-Assets) und dass die Kapitalkosten weit über den Kapitalrenditen lägen, die in den vergangenen fünf Jahren stark negativ waren.

Umgekehrt hat Kinross allerdings einen hohen Ertragshebel bei steigendem Goldpreis. Der Chart sieht gut aus, aber die Volumentwicklung war nicht ganz perfekt. Es war nur ein leichter Anstieg gegenüber dem Durchschnittsvolumen der letzten drei Monate zu verzeichnen.

KGC

MEINE MEINUNG: Alleine durch die oben beschriebenen Abkopplung ist Gold und damit auch Goldminen interessant. Es empfiehlt sich immer die stärksten Werte im Sektor zu kaufen und das sind die, die nach Korrekturen als erste wieder neue Hochs erzielen. Insofern ist Kinross durchaus interessant. Das gestrige Hoch von 3,38 $ liegt zudem direkt am Pivotpunkt. Eine Alternative ist diese Aktie:

3) Richmont Mines (RIC)

RIC hat in den letzten Jahren enorme Fortschritte gemacht und ist inzwischen zu einem Goldproduzenten mit freiem positiven Cashflow geworden. Das heißt: Quartal für Quartal gibt es tatsächlich unter dem Strich Geldzuflüsse auf die Konten des Unternehmens.
Es sei denn RIC investiert stark in die Exploration und genau das war zuletzt der Fall. Das Sahnestück ist die Island Goldmine, wo jährlich rund 65.000 Unzen Gold zu Kosten von nur 850 bis 920 US-Dollar je Unze produziert werden können.
Insgesamt hat RIC in 2015 etwas mehr als 98.000 Unzen Gold produziert und das zu All-In-Kosten von 1074 $ je Unze. Die Kosten schwanken allerdings stark (1.001 $ in Q3; 1.274 $ in Q4).
Äußerst vielversprechend ist das Island Deep-Vorkommen, wo Goldgehalte von teilweise über 10g je Tonne gemessen worden sind. Das Vorkommen wird hier auf 1,1 Millionen Unzen Gold geschätzt. Ab 2017 könnte hier bereits die Produktion beginnen, was die All-In-Kosten bei der Gesamtproduktion um rund 5 % drücken und die Produktion selbst um 10 % ansteigen lassen könnte.

RIC

Richmont verfügt über einen Cashbestand von rund 70 Mio. $. Es sind 58,03 Mio. Aktien ausstehend.
RIC betreibt die Beaufor, Monique and Island Gold Goldminen.
Im Januar 2015 gelang eine so genannte Bought Deal-Finanzierung über 34 Mio. kanadische Dollar (C-$) zu 4,00 C-$ je Aktie.
Im September wurde das Unternehmen in den S&P/TSX SmallCap Index aufgenommen.

MEINE MEINUNG: Mit einer Marktkapitalisierung von 300 Mio. $ noch relativ klein und volatil. Aber sehr vielversprechend bei weiter steigendem Goldpreis. Schöner, treppenartiger Chart wie er für meine Strategie gut geeignet ist. Der Pivotpunkt liegt bei 5,50 $. Heute könnte es zu Handelsbeginn wegen des leicht schwächeren Goldpreises zu einem Rücksetzer kommen.

4) Enterprise Bancorp (EBTC)

Sehr kleine und nur dünn gehandelte Regionalbank. Wohl charttechnisch motivierte Käufe nach dem Ausbruch. Zu illiquide für meine Strategie.

ETBC

5) CACI International (CACI)

CACI ist ein IT-Service-Unternehmen, das sich unter dem seit März 2014 als CEO agierenden Ken Ashbury konsequent in Richtung Sicherheitslösungen (Schutz vor Cyberattacken) und Healthcare positioniert hat. Das Unternehmen will gezielt durch Übernahmen bzw. Fusionen wachsen.

Zuletzt meldete CACI gleich zwei neue Großaufträge in den Größenordnungen von 199 und 180 Mio. $ (Marktkapitalisierung von CACI ca. 2,5 Mrd. $), den zweiten erst am Montag vor Handelsbeginn. Dazu ist man bei einem dritten Großauftrag von der US Navy ebenfalls vorne mit dabei.

Anfang Februar gappte die Aktie nach sehr starken Quartalszahlen nach oben. Nun gelang gestern der Ausbruch auf ein 52-Wochen-Hoch. Das Volumen war allerdings nur leicht überdurchschnittlich, der 52-Wochen-Chart weist einen sehr volatilen Kursverlauf aus.

CACI

MEINE MEINUNG: Eher als Langfristanlage interessant. Ich hatte die Aktie erstmals bereits 2003 auf meiner Watchlist.

6) Intuitive Surgical (ISRG)

Nicht unerwähnt bleiben soll abschließend einer der besten Langfrist-Performer am US-Markt: Intuitive Surgical, Hersteller des daVinci-Operations-Roboters. Nach längerer Durststrecke schaffte die Aktie gestern den Ausbruch auf ein neues Allzeit-Hoch und schloss dabei erstmals über der Marke von 600 $.

Hier der Langfrist-Chart:

ISRG

Die 2015er-Zahlen, die bereits Ende Januar gemeldet worden waren, überzeugten auf ganzer Linie. Sowohl die Umsatz- als auch die Gewinnschätzungen der Analysten wurden geschlagen.

Im vierten Quartal kletterten die Umsätze um 13 Prozent auf 677 Mio. $. Dabei wurden 158 da Vinci-Systeme ausgeliefert. Der Nettogewinn stieg um 22 % auf 224 Mio. $, der Gewinn je Aktie um 20 %. Dabei wurden die Analystenschätzungen um 0,85 $ je Aktie geschlagen.

Das Clevere an dem Geschäftsmodell ist, dass ISRG auch nach dem Verkauf der Roboter ständig weiter mitverdient durch Verkauf von Zubehör und der Ausführung von Servicedienstleistungen (typisches Rasierer-Rasierklingen-Modell). So steigt der Anteil wiederkehrender Umsätze an den Gesamtumsätzen stetig an.

Hinzu kommen steigende Margen (28,1 % in Q4/2015 nach 24,6 % im Vorjahresquartal) und eine starke Bilanz mit einem Cashbestand von 3,3 Mrd. $ (+850 Mio. $ ggü. dem Vorjahresquartal), wogegen die Verbindlichkeiten nur bei 588 Mio. $ liegen, die noch dazu im Vergleich zum Vorjahr nur minimal gestiegen sind.

MEINE MEINUNG: Billig ist die Aktie mit einem 2016er-KGV von 29 beileibe nicht. Die guten Zukunftsaussichten, die starke operative Entwicklung und die unangefochtene Marktstellung machen die Aktie nach dem neuen charttechnischen Kaufsignal aber kaufenswert.

Brack-Report USA 25.03.2016: $ADMP (Adamis Pharma); $BVSN (Broadvision); $ACN (Accenture); $FN (Fabrinet); $HDNG (Hardinge); $FIVN (Five9); $WSO (Watsco)

März 25th, 2016

Brack-Report USA 25.03.2016

Am gestrigen Donnerstag war das Verhältnis von Aktien mit neuen 52-Wochen-Hochs zu Aktien mit neuen 52-Wochen-Tiefs ($NAHL) bei 22:52 noch etwas deutlicher negativ (Vortag: 28:34). Das heißt, bei Ausbrüchen nach der Brack-Strategie besteht kein gutes Chance-Risiko-Verhältnis. Ausbrüche sollten daher nicht gekauft werden. Allerdings gab es intraday eine deutliche Erholung, so dass die Indizes letztlich sogar leicht im Plus geschlossen haben. Damit sind die Chancen, dass der $NAHL in der kommenden Woche wieder positiv wird, verbessert.

Insgesamt gab es 7 Ausbrüche nach meiner Strategie. Wir schauen uns nachfolgend die Werte einzeln an. Sie erhalten von mir konkrete Einschätzungen bzw. Handelsempfehlungen.

Grundsätzlich gilt: Das Chance-Risiko-Verhältnis ist umso besser, je näher Sie am Ausbruchsniveau (Pivotpunkt) einsteigen. Der Pivotpunkt wird daher immer mit angegeben.

Am Ende des Reports erhalten Sie zudem eine Übersicht über die Entwicklung der vergangenen Ausbrüche, die ich für vielversprechend erachtet hatte.

Die Besprechung der Werte erfolgt in der Reihe der prozentualen Zuwächse vom Vortag:

1) Adamis Pharmaceuticals (ADMP)

In einem für Biotechs insgesamt neutralem Handelstag preschte ADMP mit fast 11 % Plus nach vorne und ist damit der dynamischste Ausbruch gemäß meiner Strategie.

ADMP forscht an Produkten für die Behandlung von Atemwegserkrankungen, Allergien, Krebs und Erkrankungen des Immunsystems. Mitte 2014 nahm man eine Strategieänderung vor und beschloss, sich ganz auf den Spezial-Pharma-Bereich zu konzentrieren, weil dort die Risiken geringer sind und die Kommerzialisierungsphase früher erreicht werden kann. Der Markt reagierte positiv darauf.

Allerdings gab es vor ziemlich genau einem Jahr einen herben Rückschlag, weil die US-Arzneimittelbehörde Adamis die Zulassung für eine vorgefüllte Adrenalin-Spritze, die bei einem anaphylaktischen Schock (heftige allergische Reaktion auf chemische Reize) eingesetzt werden hätte sollen, in der geplanten Form verweigert hat. Die Aktie verlor über 30 %.

ADMP hat das Produkt mit verändertem Design (u.a. bessere Dosierungsmöglichkeit) wieder bei der FDA eingereicht und die Behörde hat es nun für eine erneute Überprüfung zugelassen. Die Entscheidung soll am 4.Juni 2016 fallen.
Ende Januar diesen Jahres gab es dann eine kleinere Kapitalerhöhung, die brutto ca. 5 Mio. $ in die Kassen spülte.

Am Mittwoch war der Jahresbericht veröffentlicht worden, der allerdings keine Überraschungen enthielt. Der Volumenanstieg gegenüber dem Durchschnittsvolumen lag zwar bei gut 200 Prozent, absolut waren es aber nur gut 150.000 gehandelte Stück. Gut möglich, dass hier rein charttechnisch orientierte Trader aufgesprungen sind, nachdem das alte 52-Wochen-Hoch geknackt worden ist.

MEINE MEINUNG: Ich würde den Ausbruch nicht überbewerten. Die Chancen für eine FDA-Zulassung sind aus meiner Sicht ganz gut, aber die Entscheidung folgt erst Anfang Juni. Insofern würde ich erst mal abwarten bzw. auf andere im Brack-Report vorgestellte Biotech-Aktien setzen.

ADMP

2) Broadvision (BVSN)

Der ehemalige Neuer-Markt-Wert(!) erlangte in den letzten Jahren zweifelhaften Ruhm durch eine extreme Kursexplosion Anfang 2012, die viele Shorties Kopf und Kragen gekostet haben dürfte, die sich im Nachhinein aber als heiße Luft herausgestellt hat, sprich nur momentumgetrieben war und keinen echten fundamentalen Auslöser gehabt hat.

Trotzdem ist die Aktie natürlich seither fast allen Tradern ein Begriff und durch die extreme Marktenge (es gibt nur 4,88 Mio. Stück) immer wieder für heftige Kurs-Spikes prädestiniert. Sie erkennen im Langfristchart unten neben der Explosion 2012 noch einen weiteren, kleineren Ausbruch Anfang 2014.

BVSN Allzeit

Mir war die Aktie gestern schon beim meinem Screening aufgefallen, weil sie auf den Cent genau auf das alte 52-Wochen-Hoch bei 6,39 $ herangelaufen war, dass sie zuvor bereits mehrfach getestet hatte. Gestern gelang nun tatsächlich der Ausbruch.

Das Volumen lag zwar bei knapp dem Dreifachen des Durchschnittsvolumens der letzten drei Monate, mit absolut nur 24.400 gehandelten Aktien war es aber dennoch verhältnismäßig niedrig.

Operativ gibt es nichts Neues von BVSN. Die arbeiten an einem Social Communication Tool für Unternehmen, nennt sich Vmoso, wobei ich die Erfolgsaussichten aber als sehr schlecht einschätze, weil eine ganze Reihe großer Konkurrenten wie Salesforce (CRM), Oracle (ORCL), Microsoft (MSFT) oder IBM (IBM) das Gleiche versuchen.

Interessant ist die Aktie aus einem anderen Grund. Der Tech-Gründer und Milliardär Joseph Liemandt, der sehr gut vernetzt ist, kauft über sein Hedgefonds-Vehikel ESW konstant Aktien von BVSN auf. Seit August hat er seinen Bestand an BVSN-Aktien von 500.000 Stück auf aktuell 768.974 Aktien ausgebaut. Er kaufte dabei bevorzugt im Bereich von 6 $ je Aktie, wo in etwa auch der Cashbestand des Unternehmens liegt. Die offene Frage ist, was Liemandt mit BVSN vor hat?

Denn das derzeitige Geschäftsmodell ist wenig attraktiv und BVSN verbrennt konstant Geld. Gleichzeitig kauft er auch noch Aktien eines anderen kleinen Unternehmens, nämlich von Upland Software (UPLD) auf. Sofern Liemandt weiter zukauft wäre der Kurs nach unten wohl gut abgesichert und wenn er sogar die Kontrollübernahme und evtl. eine Änderung des Geschäftsmodells anstrebt könnten sich ganz neue Perspektiven bei BVSN auftun. Aber das ist natürlich alles sehr spekulativ

Hier der Chart mit dem gestrigen Ausbruch:

BVSN

MEINE MEINUNG: BVSN ist eine Art Wundertüte. Schwer zu prognostizieren, was Liemandt vor hat. Offensichtlich ist, dass die Aktie in der Vergangenheit um den Bereich 6 $ mäandriert hat, weil Liemandt dort immer wieder zugekauft hat. Wird die Aktie von Tradern entdeckt kann es sehr dynamisch nach oben gehen, weil relativ wenige Stücke frei handelbar sind. Genauso gut ist es aber möglich, dass die Aktie zurück in ihren Dornröschenschlaf verfällt.

3) Accenture PLC (ACN)

Die Unternehmensberatung ist mit einer Marktkapitalisierung von inzwischen knapp 72 Mrd. $ die mit Abstand schwergewichtigste Aktie im heutigen Ranking und ein starker Langfrist-Performer.

ACN Allzeit

Im zweiten Fiskalquartal übertraf ACN die Erwartungen der Analysten sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn je Aktie (rechnet man den Einmalertrag aus dem Verkauf von Navitaire heraus lag er bei 1,34 $ ggü. dem Analystenkonsens von nur 1,18 $). Auch der Ausblick auf das Gesamtjahr überzeugte.

ACN vollzieht eine erfolgreiche Transformation seines Geschäfts in Richtung Digitalisierung, Cloud-Computing und Sicherheitsservices und liegt damit im Trend. Dabei halfen Übernahmen wie die des Cloud Computing-Beraters Cloud Sherpas, des Trading Plattform-Serviceunternehmens Formicary und des Cybersecurity-Dienstleisters Cimation.

ACN

Das Unternehmen hat seinen Sitz in Dublin/Irland. Daher zahlt ACN wenig Steuern.

MEINE MEINUNG: Schöner, dynamischer Chartausbruch. Marktführendes Unternehmen. Die Prognosenanhebung für das Gesamtjahr war aber relativ moderat. Aktie ist eher für Langfrist-Trendinvestoren geeignet.

4) Fabrinet (FN)

Im Brack Report gestern war ich anlässlich des Ausbruchs von Oclaro (OCLR) noch darauf eingegangen, dass Seeking Alpha-Autor Brendan Rose Fabrinet (FN) als seinen Favoriten im Bereich Network-Equipment ausgemacht hat.
Prompt folgt nun der Ausbruch von FN.

FN ist ein Auftragshersteller, der für andere Firmen Elektronik produziert. Davon gibt es rund ein Dutzend größere weltweit, u.a. Firmen wie z.B. Plexus (PLXS) oder Sparton Corp. (SPA).
FN ist auf einen ganz bestimmten Bereich spezialisiert, nämlich optisches Telekommunikations-Equipment. Zwei wichtige Kunden sind beispielsweise JDS Uniphase (JDSU) und eben die besagten Oclaro (OCLR; ca. 10-20 Prozent des Gesamtumsatzes macht Fabrinet mit Aufträgen für OCLR).

FN ist in diesem Bereich sehr dominant und dürfte rund 45 Prozent der insgesamt produzierten Produkte auf sich vereinen. Besonders sind die in der Branche fast einzigartig hohen Gewinnmargen. FN profitiert demzufolge auch vom gestern beschriebenen 100 Gigabit-Aufrüstungstrend bei Ethernet-Netzwerken. Im Zuge der Analystenkonferenz Anfang Februar berichtete man von einer Verdreifachung der 100G-Umsätze und erklärte, dass rund 25 Prozent der Umsätze von Programmen stammen, die weniger als ein Jahr alt sind.

Mit anderen Worten: Es boomt bei FN.

FN

MEINE MEINUNG: Im Gegensatz zu anderen White Label-Produzenten kann Fabrinet wegen seiner dominanten Marktstellung im Bereich optische Netzwerke hohe Margen generieren. Das Unternehmen unterliegt nicht dem extremen Preisdruck, den die Markenhersteller haben. FN ist zudem sehr gut gemanagt. Der erstmalige Ausbruch über den Widerstand bei 30 $ bringt ein neues Kaufsignal. Kaufenswert, allerdings ist der Sektor stark zyklisch.

5) Hardinge (HDNG)

Mit einer Marktkapitalisierung von nach dem Ausbruch 155 Mio. $ ist HDNG ein weiterer “kleiner Fisch”. Und vor allem ist die Aktie als Werkzeugmaschinenbauer derzeit eine Rarität in den Top-Performer-Listen. Die Branche leidet unter der Verlangsamung des Wachstumstempos in den Emerging Markets, speziell in China.

Das 1890 gegründete Unternehmen aus Elmira/New York war ursprünglich für seine Drehmaschinen bekannt hat aber über die Jahre die Produktpalette durch zahlreiche Übernahmen ausgebaut. So kaufte man 1995 den Schweizer Schleifmaschinenhersteller Kellenberger auf. Aber auch Marken wie Hauser, Tschudin, Jones & Shipman, Usach und Voumard gehören inzwischen zu Hardinge. Im Hochpräzisions-Dreh-Fräsgeschäft gehört auch die DMG Mori Seiki, die ehemalige Gildemeister, zu den Konkurrenten.

Interessanterweise hat DMG Mori Seiki am deutschen Markt vor kurzem ebenfalls ein neues 52-Wochen-Hoch erreicht.

68 % der Umsätze werden im Nicht-Dollar-Raum erzielt. Daher litt HDNG zuletzt unter der Währungsentwicklung. Das Restrukturierungsprogramm zur Kostensenkung konnte wie erwartet im ersten Quartal 2016 abgeschlossen werden und brachte ertragsseitig deutlich bessere Ergebnisse als erwartet. So konnte alleine im vierten Quartal 2015 der operative Cashflow von 4,0 Mio. $ im Vorjahr auf 17,7 Mio. $ gesteigert werden.

Gestern gelang der Ausbruch auf ein neues 52-Wochen-Hoch:

HDNG

MEINE MEINUNG: Die Handels-Volumenentwicklung war jedoch nicht sonderlich beeindruckend, der Jahreschart sehr “choppy”, also ohne klaren Trend und die Aktie ist historisch eher träge und wird nur dünn gehandelt. Gehört nicht zu meinen Favoriten.

6) Five9 Inc. (FIVN)

FIVN ist erst seit Februar 2014 börsennotiert. Am Donnerstag gelang ein neues Intraday-Hoch bei 9,08 $, knapp über den alten Hochs aus dem Dezember. Noch nie hat die Aktie auf Schlusskurbasis aber oberhalb von 9 $ geschlossen, auch gestern nicht.

FIVN ist einer der größten rein Cloud-basierten Anbieter von Software für Contact Center mit der weltweit pro Jahr mehr als zwei Milliarden Gespräche für über 1.500 Kunden abgewickelt werden. Das Unternehmen ist dabei am stärksten bei mittelständischen Unternehmen. Hier ist der Konkurrenzkampf nicht ganz so hart und es gibt interessante mögliche Übernahmekandidaten, z.B. die nicht börsennotierten Talkdesk. Das Unternehmen wächst schnell, ist aber noch defizitär.

Die Ergebnisse fürs vierte Quartal übertrafen mit einem Verlust von 0,03 $ je Aktie die Konsensschätzung der Analysten um 0,05 $, die Umsätze lagen mit 36 Mio. $ 27 Prozent höher als im Vorjahr und 2,85 Mio. $ über den Konsensschätzungen.

Hier der Chart:

FIVN

MEINE MEINUNG: Der Markt dürfte immer härter umkämpft werden. Es drängen verschiedene noch nicht börsennotierte und Venture Capital-gestützte Firmen nach vorne, die noch innovativer sind. Es fehlen mir die Alleinstellungsmerkmale bei FIVN. Kein Kauf.

7) Watsco (WSO)

WSO ist der größte Distributor von Equipment für Klimaanlagen, Heizungen und Kühl- bzw. Gefrierschränken und ausschließlich in Nord- und Mittelamerika aktiv. Das Produktionsgeschäft wurde 1998 an International Comfort Products verkauft. Das Unternehmen zahlt bereits seit den 1970er-Jahren eine attraktive Dividende.

WSO profitiert vom derzeitigen Immobilienboom in den USA, der wiederum durch die niedrigen Zinsen begünstigt ist. Das Wachstum ist logischerweise eher gedämpft (geplant sind +5% in 2016) und die Bruttomargen liegen konstant bei rund 24 Prozent.

WSO

MEINE MEINUNG: Starker Langfristchart, aber eher für Langfrist-Trendinvestoren als für eine Ausbruchsstrategie geeignet.